Wenn „Grönland“ plötzlich Weltpolitik ist (und bei uns trotzdem Bio-Diversität gilt)

groenlandAllgemein 4 Comments

Manchmal schreibt die Realität die absurdesten Drehbücher. Am 22.01.2026 hat der Tagesspiegel Checkpoint unseren Namen in einen Kontext gerückt, den man normalerweise eher bei NATO-Gipfeln als zwischen Kartoffelbeet und Kompost erwartet: Donald Trump, Grönland, Deal-Rhetorik – und als „direkt Betroffene“ aus Berlin eben der Kleingartenverein Grönland e.V. am Volkspark Prenzlauer Berg.

Der Checkpoint hat das Thema mit einem augenzwinkernden Interview gespielt: Während international kommentiert wird, was Trumps jüngste Aussagen zu „Grönland“ politisch bedeuten könnten, hat die Redaktion bei uns nachgefragt, wie ein „Deal“ denn aus Sicht der Berliner Grönländer*innen aussehen würde. Ergebnis: herrlich berlinisch, trocken, und mit klarer Haltung.

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Was im Artikel passiert

Der Tagesspiegel greift Trumps jüngste Grönland-Äußerungen als Aufhänger auf und stellt dann eine einfache, sehr menschliche Frage: Wie reagieren „die Betroffenen“? In unserem Fall: nicht mit Panik, sondern mit Humor, Prinzipien und Vereinslogik.

Im Kern transportiert der Beitrag drei Botschaften:

  1. Wir bleiben gelassen, auch wenn die Welt hyperventiliert.
    Die Idee, dass gleich die Air Force One bei uns landet, ist natürlich Satire – aber sie trifft einen Punkt: Wir lassen uns weder verrückt machen noch instrumentalisieren.
  2. Auch ein Kleingarten ist nicht „zu verkaufen“ wie ein Asset.
    Der Beitrag spielt mit Deal-Begriffen, aber die Antwort dahinter ist ernst: Ein Kleingartenverein ist kein Verhandlungsgegenstand, sondern Gemeinschaft, Regeln, Verantwortung und Kultur.
  3. Unsere Werte sind nicht verhandelbar: Fairness, Vielfalt, Regeln für alle.
    Das wird im Artikel sehr klar: keine Bevorzugung, Warteliste ist Warteliste, und wer mitgärtnern will, akzeptiert die Leitplanken (Stichwort: Biodiversität statt Monokultur).

Warum das für uns als Verband/Verein ein guter Moment ist

So eine mediale Mini-Bühne ist kein Selbstzweck. Aber sie ist eine Chance, das Bild vom Kleingarten geradezurücken:

  • Kleingärten sind keine Folklore, sondern funktionierende Mikro-Ökosysteme in der Stadt.
  • Gemeinschaft funktioniert nur mit Spielregeln, und genau das können Städte übrigens auch gut gebrauchen.
  • Artenvielfalt, Bodenpflege, Verantwortungsgefühl sind nicht „nice to have“, sondern echte Standortfaktoren für lebenswerte Quartiere.

Kurz: Wir machen hier keine Weltpolitik. Wir machen etwas, das oft schwieriger ist: Alltag, verlässlich, gemeinsam.


Unsere Position als Kleingartenverband Grönland

Wir nehmen den Artikel als charmante Erinnerung, wofür wir stehen:

  • Gleichbehandlung: Regeln gelten für alle, auch wenn jemand prominent ist (oder sich dafür hält).
  • Nachhaltigkeit: Vielfalt fördern, Boden schützen, Ressourcen sinnvoll nutzen.
  • Gemeinschaft: Kleingarten ist Teamplay, nicht Ego-Show.
  • Respekt vor dem Ort: Historie, Nachbarschaft, Natur und Vereinsleben gehören zusammen.

Wer sich davon angesprochen fühlt: Willkommen. Wer einen „Deal“ sucht: bitte bei Immobilienportalen ausprobieren.


Quelle / Lesetipp

Der Beitrag ist im Tagesspiegel Checkpoint erschienen: „Kleingartenverein Grönland e.V.: ‚Wir rechnen im Grunde täglich mit der Landung der Air Force One‘“ (22.01.2026).

Comments 4

  1. Hallo lieber Kleingartenbauverein,
    in Krefeld gibt es einen Bürgerverein, der Grönland im Namen trägt. Das kommt daher, weil “Jrönland” mundartlich für Grünland steht und das Vereinsgebiet vor Jahrzehnten im Grünen vor der Stadt lag. Wir hatten letztes Jahr ein Sommerfest, auf dem auch eine Satire auf Trump vorgetragen wurde: https://www.youtube.com/watch?v=JAzsurTPiPo
    Viele Grüße nach Berlin
    Rolf-Bernd Hechler
    https://www.bv-groenland.de/
    https://www.facebook.com/Krefeld.West

  2. Hallo lieber Vorstand,

    Glückwunsch zu dem großartigen Interview! Humor, Gelassenheit und einen klare Haltung – das tut gut!

    Herzliche Grüße aus der KGA Sonnenbad in Schöneberg/Friedenau

  3. Ihr ward heute auf der ersten Seite unserer Tageszeitung. Super Interview! Danke Berlin! Danke Grönland e.V.!
    Herzliche Grüße
    Ulrike Herbert aus Magdeburg
    vom kampferprobten Kleingartenverein „Am Zuckerbusch“ seit 1927

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